Die Leberzirrhose und ihr Einfluss auf den Kreatinin-Wert

Bei der Leberzirrhose – im späteren Stadium hepatorenales Syndrom (HRS) genannt – senkt sich das Ausscheiden von Kreatinin durch die Niere drastisch. Die Ärzte geben einem Patienten bei einem Flüssigkeits-Belastungstest 20 Milliliter Wasser pro Kilogramm. Davon scheidet der Körper des Betroffenen innerhalb von fünf Stunden weniger als 80 Prozent aus.

kreatininwert

Das Abnehmen der Nierenfunktion durch die Leberzirrhose

Im Allgemeinen folgt auf die drastische Abnahme der Funktion der Nieren ein niedriger Kreatinin-Wert. Diesen ermitteln Mediziner aus dem Urin des Patienten. Somit stellt das Kreatinin ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt dar. Die Erkrankung Leberzirrhose bewirkt eine nicht umkehrbare Senkung dieser Nierenfunktion. Mediziner sprechen in diesem Fall von einem hepatorenalen Syndrom. Bei diesem nimmt durch den erniedrigten Kreatinin-Spiegel die glomeruläre Filtrationsrate ab. Ein oligurisches Nierenversagen folgt.

 

Bei einer Leberzirrhose bilden sich auf dem Lebergewebe abnorme Knoten. Daraus erfolgt eine verschlechterte Funktion der Leber. Dieser Zustand nennt sich Leber-Insuffizienz. Die ersten Anzeichen für diese Erkrankung stellen Appetitlosigkeit, Müdigkeit und eine Gewichtsabnahme dar. Durch ein stetiges Völlegefühl nehmen die Patienten weniger Flüssigkeit zu sich. Dadurch kommt es ebenfalls zu einem niedrigen Kreatinin-Wert. Bei einem späteren Stadium folgen Symptome wie gelbliche Verfärbungen der Augen sowie der Haut. Ebenso leiden Betroffene unter Juckreiz und einer vergrößerten Milz. Bei einem fortgeschrittenen Stadium besteht das Risiko eines Komas. Dieses heißt in der Fachsprache “Leberausfall-Koma”.

 

Gründe für den niedrigen Kreatinin-Wert

Bei einer Leberzirrhose schüttet der Organismus des Erkrankten vasoaktive Substanzen aus. Dabei handelt es sich um Sekrete, die die Gefäße stark verengen. Die Folge stellt eine verschlechterte Durchblutung der Nieren dar. Allein dadurch senkt sich der gemessene Kreatinin-Spiegel im Harn. Zudem gibt es bei dieser Krankheit zwei unterschiedlich verlaufende Krankheits-Typen.

Bei Typ eins der Krankheit kommt es zu einem schnell fortschreitenden Verfall der Nierenfunktion. Innerhalb von vierzehn Tagen fällt der Kreatinin-Wert – gemessen durch die Kreatinin-Clearance – auf unter 20 Milliliter pro Minute. Somit verschlechtert sich die 24-Stunden-Clearance auf unter 20 Prozent. In selteneren Fällen verdoppelt sich bei Typ eins der Leberzirrhose das Serum-Kreatinin. Dies geschieht ebenfalls in einem Zeitraum von zwei Wochen. Für diesen Krankheitstyp gibt es spezielle Anzeichen. Zu diesen gehören gastrointestinale Blutungen. Diese definieren sich als Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Weiterhin lösen eine Laktose-Überdosierung sowie nephrotoxische Arzneien die Typ-eins-Leberzirrhose aus.

Bei Typ zwei des hepatorenalen Syndroms verschlimmert sich der Zustand der Niere langsam. Die Kreatinin-Werte senken sich auf 1,5 Milligramm pro Deziliter. Dies entspricht einer Kreatinin-Clearance von unter 40 Prozent. Im Gegensatz zum ersten Typ der Krankheit, kommt es hierbei zu einem spontanen Ausbruch. Auslösende Faktoren existieren nicht. In einigen Fällen liegt der Kreatinin-Spiegel im Zusammenhang mit einer Leberzirrhose im normalen Bereich. Dabei entstammt das Kreatinin vorwiegend den Muskeln. Im Regelfall gibt der Organismus eines an Leberzirrhose erkrankten Menschen deutlich weniger Kreatinin frei als der Durchschnitt.

Auslösende Faktoren einer Leberzirrhose

Die Leberkrankheit Leberzirrhose und den damit einhergehenden niedrigen Kreatinin-Spiegel lösen verschiedene Faktoren aus. Als Beispiele hierfür zeigen sich

  • Blutungen,
  • Infektionen,
  • iatrogene Ursachen,
  • hepatische Enzephalopathie,
  • Diurese
  • sowie nephrotoxische Medikamente.

 

Auch andere Ursachen, die eine Nieren-Insuffizienz – und somit einen Abfall des Kreatinin-Spiegels – bedingen, gehen mit der Leberzirrhose einher. Bei einem prärenalen Nierenversagen bei einer zentralen Hypovolämie nimmt die glomeruläre Filtrationsrate enorm ab. Durch diesen entstehenden Volumenmangel scheidet der menschliche Körper weniger Kreatinin aus. Dieser Stoff bleibt im Organismus und unterliegt keiner Rückresorption. Auf die Dauer schadet dies dem Betroffenen drastisch. Ebenso senkt sich der Kreatinin-Spiegel bei der tubulären Nekrose. Diese geht mit cholestatischen Leberkrankheiten einher. Das aktive tubuläre Ausscheiden des Kreatinins verhindert dieses Krankheitsbild.

Ähnliche Auswirkungen auf den Kreatinin-Wert haben hypoxische und toxische Tubulus-Schäden. Hierbei funktionieren die Tubuli der Nieren nicht. Bei diesem Nierentubulus handelt es sich um eine röhrenförmige Struktur in der Niere. Mit einer Leberzirrhose tritt unter Umständen eine renale tubuläre Azidose auf.

Bei der Lebererkrankung Leberzirrhose kommt es zu einer Erniedrigung des Kreatinin-Werts bei den Betroffenen. Die Leberzirrhose bedingt dabei eine verschlechterte Funktion der Nieren – später artet diese in einen Nierenverfall aus. Bei Patienten dieser Leberkrankheit zeigt sich der Kreatinin-Spiegel durch diese Schwäche deutlich niedriger als bei Menschen mit einer gesunden Leber.

 

Redation: Anna Nilsson,

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