Kreatinin – ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt im menschlichen Körper

Kreatinin zeigt sich als harnpflichtig, weshalb die Ausscheidung mit dem Urin stattfindet. Damit gehört es neben der Harnsäure und dem Harnstoff zu den Substanzen, deren Ausscheidung sich auf funktionierende Nieren stützt.

harnsaeure

Die Ausscheidung von Kreatinin

Findet eine zu geringe Ausscheidung von Kreatinin statt, nimmt dessen Anteil im Körper zu und es zeigen sich entsprechende Folgen. Ein Beispiel ist die Urämie, die eine Vergiftung des Harns beschreibt. Eine renale Ausscheidung der Stoffwechselprodukte, die sich als harnpflichtig zeigen, geschieht über die Nieren. Das bedeutet ein Ausscheiden von hauptsächlich wasserlöslichen Stoffen innerhalb des menschlichen Körpers. Die Ausscheidung von Kreatinin findet zu 95 % durch die Nieren statt, während auch die folgenden Substanzen, die sich als harnpflichtig erweisen, einer renalen Ausscheidung unterliegen:

  • Wasser zu 60 %,
  • Harnsäure zu 65 %,
  • Harnstoff zu 80 %,
  • Chloridionen zu 95 %,
  • Natriumionen zu 95 %,
  • Ammoniumionen zu 100 %,
  • Wasserstoffionen zu 100 %.

Kreatinin ist als weißer Feststoff zu beschreiben. Die Ausscheidung dieses Stoffwechselproduktes geschieht mit etwa 1,0 bis 1,5 Gramm innerhalb von vierundzwanzig Stunden. Dieser Richtwert hält sich ohne größere Schwankungen konstant. Das ist ein Beispiel für eine durchschnittliche Ausscheidungsrate, die harnpflichtig ist. In der Regel richtet sich diese individuell nach dem menschlichen Körper. Als Kriterium für den Wert zeigen sich die Muskelmasse sowie das Alter und die Nierenfunktion eines Menschen. Bei Personen im Alter von zwanzig bis dreißig Jahren liegt die Rate der Ausscheidung bei ungefähr einundzwanzig bis siebenundzwanzig Milligramm je Kilogramm an Körpergewicht. Bei Menschen mit einem Alter von über neunzig Jahren liegt der Wert im Bereich von sechs bis dreizehn Milligramm je Kilogramm des Gesamtgewichtes. Für Kinder ist eine Raten-Formel nach Alter und Gewicht vorgesehen, um die als harnpflichtig geltende Ausscheidungsrate von Kreatinin zu ermitteln.

 

Die Funktion von Kreatinin im menschlichen Körper

Neben der Bildung in der Niere findet diese in der Leber und Bauchspeicheldrüse statt. Dort entsteht aus Glycin und Arginin das als harnpflichtig bekannte Stoffwechselprodukt Kreatinin. Diese beiden Säuren gelten als Aminosäuren innerhalb der Leber und Bauchspeicheldrüse. Als harnpflichtig gilt Kreatinin, da sich diese Säuren ausschließlich über den Urin ausscheiden lassen. Bevor dies geschieht, baut Kreatinin die Säure von Kreatin ab, welche für die energetische Versorgung der Muskeln zuständig ist.

 

Der Kreatinin-Wert im Körper

Bei der Messung des Kreatinin-Wertes gibt es keine medizinisch relevante Aussagekraft über eine zu niedrige Rate des Stoffwechselproduktes. Besorgniserregend ist ein zu hoher Wert, der darauf schließen lässt, dass eine zu geringe Ausscheidung stattfindet. Verschiedene Ursachen zeigen sich als Verursacher, weshalb Kreatinin das harnpflichtig ist, in zu hoher Konzentration im Körper vorherrscht. Eine Erhöhung des Kreatinin-Wertes zeigt sich beispielsweise durch folgende Ursachen:

  • Nierenschwäche,
  • entzündete Haut oder Muskulatur,
  • Entzündung der Muskulatur,
  • Injektionen wie Spritzen.

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Bei Männern liegt die oberste Grenze, die als gesund gilt, bei 1,2 Milligramm je Deziliter. Bei Frauen gilt eine Obergrenze von 0,9 Milligramm je Deziliter Kreatinin im Körper. Ist der gemessene Wert höher, sucht der Arzt nach der Ursache.

Ein gesunder Körper hat keine Probleme damit, ein Stoffwechselprodukt wie Kreatinin, das sich als harnpflichtig erweist, auszuscheiden. Die Nieren erledigen diese Arbeit mittels renaler Ausscheidung. Die Tatsache, dass Kreatinin harnpflichtig ist, zeigt die Wichtigkeit einer einwandfreien Ausscheidung, um erhöhte Werte zu vermeiden.

 

Redaktionell: Mario Foerster, medizinische Kontrolle  Anna Nilsson,
erstellt am 28.08.2014